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Ostern 2016 035Text+Fotos von Ossy Weippert

Nach einem reichlich abwechslungsreichen Frühstück wollte ich mich am Ostersamstag gegen 11 Uhr von zu Hause aus in Richtung OHZ. zum verabredeten Treffpunkt begeben. Am Tage zuvor hatte ich noch drei weitere Personen angeschrieben und Rat und Räder angeboten. Nachdem ich von den „Dreien“ keine Rückmeldung erhalten hatte, bin ich von deren Nichtteilnahme ausgegangen. Um so überraschter war ich, als es kurz vor 11 Uhr an der Türe klingelte und sie mir freudig erklärten, dass sie mitfahren wollten. OooKaaay.

Also habe ich Ewald kurzerhand gebeten, mit seinem Bus zu kommen und die Räder einzuladen. Die Jungs wurden in der Zwischenzeit von meiner Frau zum Bahnhof-Burg gefahren um den dortigen Zug nach OHZ zu nehmen. Schlussendlich starteten wir dann gegen 13 Uhr mit insgesamt 7 Personen vom Bahnhof Osterholz in Richtung Bremerhaven.

Mit von der Partie waren neben unseren 3 Eritreern auch Carsten Wulf, nebst Can Eroglu. In flotter Fahrt durchfuhren wir den Ortsteil Scharmbeck in Richtung Pennigbüttel. Bei soviel Freude über das sonnige Wetter, die Geschwindigkeit und wieder auf dem Rennrad sitzen zu dürfen übersah der „Guide“ glatt die erste Abzweigung, so dass es bei einigen Teilnehmern zu einer „Notbremsung“ kam und Ewald sogar die Berme aufsuchen musste. Gott sei Dank blieben alle unverletzt.
Weiter ging es in Richtung Hambergen und dem ersten leichten Anstieg in Richtung Bildungsstätte Bredbeck. Nach Durchquerung der Ortschaft fuhren wir in flotter Fahrt in Richtung Freissenbüttel und durchquerten Ohlenstedt. Bereits hier zeigte es sich, dass es dringend erforderlich ist, Koordinationsabsprachen mit den Teilnehmern zu treffen.
Beispielsweise scheint es wenig förderlich, bei einem dringenden menschlichen Bedürfnis anzuhalten, ohne der Gruppe vorab Bescheid zu geben und das Rad an einen Begrenzungspfahl zu stellen, 150 m weit in den Wald zu laufen um sein kleines Geschäft zu verrichten. Deutliche Ansagen wurden vom Guide auch hinsichtlich eines korrekten Verhaltens im Straßenverkehr gemacht. Was im Wintertraining im Wald auf dem MTB eine eher untergeordnete Rolle spielt, ist bei Teilnahme am Straßenverkehr unerlässlich.
Da einige Präpotente sich erstmals richtig austesten wollten, was sie „Drauf“ haben, wurde wenig bis gar keine Rücksicht auf Dritte, respektive auf die Gruppe, den Straßenverkehr nebst eigener Sicherheit genommen. Zuerst noch in Reihe gefahren, entstanden durch dieses (unsportliche) Verhalten große Lücken die manchen anderen, motorisierten Verkehrsteilnehmer veranlassten, in diese Lücken einzufädeln und riskante Überhol- respektive Ausweichmanöver zu fahren. Der Guide holte daraufhin alle zusammen, wies noch einmal strikt auf die Disziplin im Verkehr und das erforderliche Gruppenverhalten hin, was aber nur für die nächsten 3,5 Kilometer anhielt. Dann wurden erneut andere Verkehrsteilnehmer ignoriert und in die Pedale getreten, was das Zeug hielt.
Dem Guide kam dieses Verhalten zeitweilig eher animalisch vor und erinnerte stark an das Gebaren von Jungtieren, welcher nach einer langen Winterpause aus dem Stall auf die Weide gelassen werden und auskeilen.
Desillusionierend wirkten sich auch die mangelnden Ortskenntnisse Dritter auf das Gemüt des Guides aus. Das ortsunkundige Dritte bestimmen möchten, welcher Weg nach Bremerhaven führt, mutet schon etwas bizarr an. Auch wenn diese sich im Nachgang für die schöne, interessante Streckenführung durch Wiesen und Felder auf verkehrsarmen Strassen bedankten. Da war es schon eher lustig, als ein Teilnehmer die Frage stellte, ob wir gleich nach Hamburg kommen (gemeint war Hambergen, aber in flotter Fahrt möglicherweise nicht so leicht erkennbar).
Von Ohlenstedt ging es weiter auf verkehrsarme Landstraßen über Harrendorf, Axstedt und Lohe nach Bokel. In Bokel nahmen wir die Straße Richtung Hollerkamp und Dreieinigkeit, um dann auf der L45 Richtung Lunestedt (OT.Freschluneberg) weiter zu radeln.
Vor dem Bahnübergang bogen wir westwärts ab in Richtung Rauhe Stätte und fuhren auf Düring zu. Leider hatte ein Teilnehmer „In the middle of nowhere“ einen Plattfuss. Keinen Ersatzschlauch, keine Pumpe, keine Flickzeug und kein Werkzeug etc. dabei. Aber dafür hatte Ewald, als gute und hilfsbereite Seele bekannt, alles Notwendige in seinem Rucksack dabei.
Nachdem wir in Bremerhaven angekommen waren bat uns Semere, ihnen das Meer zu zeigen. Klar doch. Nach kurzer Absprache steuerten wir die maritime Meile im Fischereihafen von Bremerhaven an. Anschließend radelten wir durch die Stadt zum Weserdeich. Hier fand die Tour ihren krönenden Abschluss. Der Rest ist schnell erzählt.
Zurück ging es zum Hauptbahnhof von Bremerhaven und mittels Niedersachsenticket erreichten alle Teilnehmer wohlbehalten OHZ bzw. Bremen.
Fazit: Es liegt noch viel vor uns, und es ist noch viel Integrationsarbeit zu leisten.